Favre und sein großes Glück

Unser Favre… von der geglaubten Tatsache dass er das Tierheim niemals verlassen wird, bis hin zu seinem großen Tag.


Favre hatte bis zu seinem ca. 2. Lebensjahr schon mal eine Familie. Diese wollte ihn nicht mehr und daraufhin wurde er ausgesetzt. Der behandelnde Tierarzt der die Familie kannte sah Favre auf der Straße und dachte er sei entlaufen. Er fing ihn ein und brachte ihn zurück. Die Familie nahm ihn wieder auf, setzte ihn daraufhin aber erneut aus. Favre streunte dann an Mietshäusern rum, worüber die Vermieter wiederum nicht glücklich waren. Sie riefen Luiza, unsere Tierheimleiterin, an und drohten die Hundefänger zu rufen, wenn sie Favre nicht bei sich aufnimmt. So kam der Wuschelmann zu uns ins Tierheim.

Wir gehen davon aus dass Favre bei seiner früheren Familie nichts Gutes erlebt hat, denn Menschen hielt er auf Abstand, und zwar so deutlich, dass er in die Kategorie „unvermittelbar“ fiel.

Zu unserem Tierheimarbeiter den er kannte, hatte er aber ein gutes Verhältnis und so habe auch ich, Celina, seine Vermittlerin, mich um ihn bemüht. Er warst ganz schön skeptisch und um nichts zu überstürzen, wurde erstmal durch den Zaun mit ihn gearbeitet.

Als er sich dann anfing zu freuen wenn ich kam, war der Zeitpunkt gekommen zu ihm rein zu gehen. Auch hier war er ziemlich lang auf Abstand und sehr skeptisch, immer wieder ein bellen zwischen drin, aber er ging nicht mehr nach vorne. Der Tag kam, an dem ich ihn das 1. Mal gestreichelt habe, ein tolles Gefühl. Es stellte sich heraus dass Favre eigentlich ein totaler Kuschelbär ist. Er liebt es gestreichelt zu werden, dafür wird sich auch mal auf den Rücken geworfen. Favre ist ein richtiger Schatz!

Und nun, mit dem neu gewonnenen Vertrauen, war es an der Zeit mal die Augen frei zu schnippeln, damit er mal wieder was sieht und schick ist, um vielleicht irgendwann ein eigenes Zuhause zu finden 🙂

Gesagt, getan…:

Mit frisch aktuallisierter Beschreibung und Fotos, kam dann tatsächlich der Moment, mit dem wir alle eigentlich nicht wirklich gerechnet haben… Favre seine 1. Anfrage.

Nach einigen Überlegungen/Gesprächen stand fest… die Interessentin wollte GENAU IHN. Um auf Nummer Sicher zu gehen, fuhr ich am Tag der Einreise nach Deutschland extra zu einem unserer Übergabeorte und holte ihn persönlich ab, da er mich ja kennt und wir ihm einen guten Start in seiner Familie ermöglichen wollten, ohne Komplikationen und erste Fehler im Umgang mit einem Hund, mit anfänglicher Skepsis.

Und anschließend zum gemeinsamen kennen lernen des neuen Frauchens, in sein Zuhause gefahren…

Alles lief prima, Favre war durch meine Anwesenheit viel selbstsicherer und hat sich an mir orientiert, beim kennen lernen seines neuen Frauchens. Die Stubenreinheit hat einen Moment gedauert, doch Favre’s sonstige Entwicklung war der Wahnsinn… Favre hat sich nach anfänglicher Unsicherheit an sein neues Frauchen gewöhnt und darüber hinaus seine gesammte Skepsis gegenüber Fremden abgelegt. Er ist der Star auf jeder Gassirunde, geht freundlich auf Fremde zu und möchte gestreichelt werden. Aus Favre ist ein ganz ganz toller und selbstsicherer Hund geworden, er hat gemerkt dass man ihm hier nur Gutes will.

Nun stand der 1. Friseurbesuch an, endlich konnte Favre von seinem verfilzten Fell befreit werden. Alles hat er brav über sich ergehen lassen.

Frisch gestylt ging es dann kurz darauf auch in die Hundeschule. Auch hier zeigte er sich aufgeschlossen und freundlich gegenüber der Trainerin.

Frauchen und Hund sind überglücklich, und genau so soll es sein!

Eine Geschichte wie die von Favre, der nun Bilbo heißt, wiederlegt auch hier wieder den Irrtum vieler Menschen dass nur Welpen sich richtig anpassen können. Auch ein erwachsener Hund kann das und sogar Hunde mit Erfahrungen wie die von Favre… Er ist überglücklich nun ein richtiges Hundeleben führen zu dürfen und auch sein Frauchen beschreibt ihn als Traumhund.

Wir wünschen dir ein langes Leben, lieber Favre!